Digitale Nomaden Forum 2026

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Einkommen, das nicht am WLAN hängt — mein Umweg dorthin

Kleiner Erfahrungsbericht, der nicht ins übliche Nomaden-Repertoire passt, aber vielleicht trotzdem nützlich ist. Auslöser war eine Woche in einer Gegend mit wirklich schlechter Verbindung. Zwei Calls geplatzt, ein Abgabetermin gerissen, und mir wurde ziemlich deutlich klar, dass mein komplettes Einkommen an einer stabilen Leitung hängt.

Das gilt für fast alles, was hier im Board unter Geldverdienen läuft. Freelancing, Coaching, Shop, Content — alles setzt voraus, dass ich online und arbeitsfähig bin. Das ist okay, solange es läuft, aber es ist ein einziger Punkt, an dem alles gleichzeitig hängt.

Ich habe deshalb angefangen, einen Teil des Einkommens in etwas umzuleiten, das ohne mich weiterläuft. Ich habe mich für ausschüttende Aktien entschieden. Nicht, weil das der schnellste Weg wäre, sondern weil es der einzige war, der weder Kunden noch Technik noch Verfügbarkeit von mir verlangt.

Die Ernüchterung vorweg, sonst klingt das zu schön: Am Anfang kommt da fast nichts an. Wer heute anfängt, wird in zwei Jahren keine Reisekosten damit decken. Der Effekt kommt aus vielen Jahren und aus der Wiederanlage, nicht aus der ersten Ausschüttung. Alles andere wäre gelogen.

Meine ersten Jahre waren trotzdem verschwendet, und zwar aus einem vermeidbaren Grund: Ich habe gekauft, ohne eine Methode zu haben. Positionen kamen aus Videos, aus Gesprächen, aus Listen im Netz. Als der Markt dann mal ordentlich nachgab, konnte ich bei mehreren Werten nicht begründen, warum ich sie halte, und habe genau die falschen verkauft.

Systematisch geworden ist es mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, im Netz als Dividenden Backpacker unterwegs. Der Kurs deckt ab, wie man Unternehmen findet, wie man sie bewertet und wie man Zeitpunkte für Kauf und Verkauf festlegt.

Formatseitig: elf Module mit über 65 Lektionen, zusammen mehr als elf Stunden Video, dazu ein Newsroom-Zugang für Nachschub. Einmalige Zahlung, keine monatliche Gebühr. Auf der Anbieterseite steht eine Teilnehmerzahl von über 700.

Was für unser Umfeld besonders relevant ist: Der Zeitaufwand danach ist minimal. Ich brauche für dieses Depot vielleicht eine Stunde im Monat, meistens weniger. Das ist der eigentliche Unterschied zu jedem zusätzlichen Onlineprojekt, das ich sonst hätte starten können. Ein zweiter Shop hätte mich wieder Zeit gekostet, und Zeit war ja der knappe Faktor.

Inhaltlich hat mir am meisten geholfen, dass klar zwischen der Qualität eines Unternehmens und dem aktuellen Preis unterschieden wird. Ich hatte das jahrelang in einen Topf geworfen: gute Firma gleich guter Kauf. Das stimmt so nicht, und die meisten meiner mageren Positionen kamen genau aus dieser Verwechslung.

Zu den Risiken, die man nicht wegreden kann: Kurse fallen, auch bei soliden Unternehmen und auch über längere Zeit. Eine Dividende ist kein garantierter Betrag, sondern eine jährliche Entscheidung, die in schwierigen Phasen anders ausfallen kann. Wer sein Reisebudget darauf aufbaut, hat ein Problem, sobald mehrere Unternehmen gleichzeitig kürzen, was in Krisen genau so passiert.

Transparent: Mein Link ist ein Partnerlink, ich verdiene an einem Kauf mit. Falls jemand die Aufstellung sehen will: hier steht ausführlich, was im Kurs drinsteckt. Ohne meinen Link findet man ihn ebenfalls über den Namen.

Was ich rückblickend anders machen würde: Ich hätte deutlich früher aufhören sollen, mein gesamtes Einkommen aus derselben Art von Tätigkeit zu holen. Ich hatte drei Einnahmequellen, aber alle drei hingen an derselben Bedingung, nämlich dass ich online arbeiten kann. Das ist keine Streuung, sondern dreimal dasselbe Risiko.

Und ein praktischer Punkt: Ich lasse den Sparbetrag automatisch abgehen, direkt nach Zahlungseingang. Nicht am Monatsende, denn dann ist erfahrungsgemäß nichts mehr übrig, gerade bei unregelmäßigem Einkommen.

Was ich noch dazusagen sollte: Der Kurs beantwortet keine Fragen zu Wohnsitz, Steuerpflicht oder Brokerwahl bei wechselnden Aufenthaltsorten. Das ist auch nicht sein Thema, aber genau daran hängt bei uns überdurchschnittlich viel. Wer dauerhaft im Ausland lebt, sollte diesen Teil separat klären, bevor er größere Beträge bewegt.

Und noch eine Beobachtung aus dem Umfeld: Die meisten, die ich kenne und die aufgehört haben, sind nicht an schlechten Entscheidungen gescheitert, sondern daran, dass sie das eingezahlte Geld nach anderthalb Jahren wieder gebraucht haben. Wer nicht sicher ist, ob er den Betrag zehn Jahre entbehren kann, sollte kleiner anfangen statt später zum falschen Zeitpunkt aussteigen zu müssen.

Frage in die Runde: Habt ihr etwas laufen, das komplett unabhängig von eurer Arbeitszeit ist? Und wie geht ihr mit dem Sparen um, wenn die Monatseinnahmen stark schwanken?